Experten Talk – Die Symbiose zwischen Print und Digital

Jürgen PichlerJürgen Pichler, CEO von ROLLING PIN zum Thema Digitalisierung und warum sein Print-Magazin heute noch Abonnenten dazugewinnt.

 

ROLLING PIN ist Fachmagazin und Jobportal für Gastronomie und Hotellerie. Mit über hunderttausend registrierten Bewerbern, Newsletter-Empfängern und Facebook-Fans bespielt das Unternehmen gekonnt auch online unterschiedliche Kanäle.

 

Was hat sich bei ROLLING PIN in den vergangenen Jahren durch die Fülle digitaler Möglichkeiten verändert?

Jürgen Pichler: Schon bei unserer Gründung im Sommer 2003 war uns klar, dass die Zukunft digital ist. Wir haben Print & Online daher gleichermaßen aufgebaut, die Digitalisierung war für uns keine Überraschung. Die digitalen Möglichkeiten haben mit den Jahren allerdings stark zugenommen – die Chancen zu skalieren und zu wachsen sind enorm. Wir leben in einer spannenden Zeit mit vielen Herausforderungen. Entweder du veränderst dich als Unternehmen mit oder du kommst unter die Räder.

ROLLING PIN verknüpft Hochglanzmagazin mit moderner Online-Plattform. Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen den beiden Welten?

Jürgen Pichler: Wir haben die größte Jobbörse für Gastronomie in Österreich und bemerken hier auf jeden Fall eine Verlagerung von Print- zu Online-Inseraten. Obwohl wir auch im Print nach wie vor wachsen, gehen die Online-Zahlen durch die Decke. Die Kombination aus Print & Online ist für uns die perfekte Symbiose und wir bieten unseren Kunden mit spannenden Komplettangeboten das Beste aus beiden Welten.

„Print ist tot“: Wie ist Ihre Meinung dazu und welche Chancen ergeben sich nach wie vor mit einer Print-Ausgabe versus einer Online-Ausgabe?

Jürgen Pichler: Print wird, wenn du es gut machst, auch in Zukunft noch gekauft werden. Du brauchst ein Magazin, das spitz in eine Zielgruppe geht, exzellent geschrieben ist, ein gutes Layout hat und außergewöhnliches Bildmaterial bietet. ROLLING PIN wächst auch im Print­abo-Bereich zweistellig – das ist der Qualität unserer Arbeit geschuldet. Aber wir forcieren auch neue Möglichkeiten, wie ePaper und digitale Inhalte, die man ganz anders bespielen kann.

Die digitale Transformation gehört auch bei den Gaststätten und Hotels zum Alltag. Die Branche ist jedoch für den persönlichen Kontakt bekannt, wie passt das zusammen? 

Jürgen Pichler: Ein Restaurantbesuch oder ein Aufenthalt im Hotel sind in Zeiten von Social Media zu einem Lifestyle-Produkt geworden. Gäste posten gerne, was sie gerade essen oder wo sie übernachten. Gastronomen können diesem Trend entgegenkommen. In vielen Häusern wird schon bei der Planung die Instagram-Tauglichkeit mitberücksichtigt, um das eigene Angebot ins bestmögliche Licht zu rücken. Facebook und Co ermöglichen zudem einen direkten Austausch mit den Gästen. Der Service vor Ort bleibt aber dennoch das A und O eines guten Hauses. Schließlich ist das Personal zu einem großen Teil dafür verantwortlich, ob Gäste ihren Aufenthalt wirklich in vollen Zügen genießen können und somit auch in den sozialen Medien positiv Bericht erstatten.

ROLLING PIN ist mit tausenden freien Stellen DIE Jobbörse für Gastronomie, Hotellerie und Tourismus. Welche Veränderungen nehmen Sie bezüglich der Bewerbungsprozesse wahr? Ist digital wirklich immer besser?

Jürgen Pichler: Das variiert je nach der ausgeschriebenen Position. In vielen Fällen ist es ausreichend, alle wichtigen Infos im Rahmen einer digitalen Standard-Bewerbung zu erhalten. In höheren Positionen wird aber oft noch Wert auf eine klassische Bewerbungsmappe gelegt.  Digital kann man auch einfach mal den Spieß umdrehen. Wir launchen in Kürze ein Tool, das unseren Plattform-Usern individuelle Job-Angebote vorschlägt, für die sie ihr Interesse bekunden können. Aufgrund dieser User-Interaktion kann der Arbeitgeber entsprechend Kontakt aufnehmen. Kurzum: Nicht Bewerber melden sich aktiv beim Unternehmen, sondern umgekehrt.

Mit den CHEFDAYS in Graz steht Österreichs größtes Foodsymposium des Jahres bevor. Wie wichtig sind digitale Medien und Soziale Netzwerke für die Promotion eines solchen Mega-Events?

Jürgen Pichler: Wir verkaufen mittlerweile etwa 50 % der Tickets über Social Media. Natürlich bespielen wir auch klassische Formate wie Plakatwerbung und Inserate. Viele unserer Besucher sind auch zum wiederholten Mal bei den CHEFDAYS dabei. Aber Social Media ist ein unglaublich wichtiges Tool für uns geworden.

 

STATEMENT

Der Leser und User wird immer anspruchsvoller. Daher wird sich Spreu von Weizen Gott sei Dank bald trennen.