Experten Talk – Elektromobilität und ihre Schreckgespenster

Was war zuerst da? Das Elektroauto, die E-Tankstelle oder der elektrifizierte Fahrer? Dr. Michael-Viktor Fischer, CEO von SMATRICS, über das Henne-Ei-Problem der Elektromobilität und welche Hürden als erstes überwunden werden müssen, um die Branche nachhaltig voranzutreiben.

 

Michael-Viktor Fischer

Wie schätzen Sie das Marktpotenzial für E-Fahrzeuge in den nächsten Jahren national wie international ein?

Michael-Viktor Fischer: Der Verkehrssektor gehört zu den wichtigsten Verursachern von Treibhausgasen in Österreich und die Emissionen wachsen jährlich weiter. Elektromobilität ist also der Hoffnungsträger für eine deutliche Reduktion der Treibhausgase im Verkehr. Da die ambitionierten Zielvorgaben der CO2-Werte ab 2021 mit konventionellen Antrieben nicht erreichbar sind und Pönalen in Milliardenhöhe drohen, bringen Hersteller sukzessive immer mehr elektrische Modelle auf den Markt. Einige Hersteller u.a. Smart oder die neue E-Marke von Volvo Polestar haben ihre Strategien komplett auf Elektromobilität ausgelegt und produzieren künftige keine Verbrenner mehr. Bis 2025 werden 30–35 % aller Neuzulassungen in der Europäischen Union E-Autos sein.

Welche Länder sind hinsichtlich Elektromobilität speziell zu erwähnen?

Michael-Viktor Fischer: Vorreiter in Europa sind sicher die skandinavischen Staaten aber inzwischen ziehen auch andere EU-Mitgliedstaaten nach. Österreich gehört dabei zur Spitzengruppe und liegt bei den Neuzulassungen im obersten Viertel. Aktuell sehen wir noch ein starkes West-Ost-Gefälle in den Zulassungszahlen. In Rumänien oder Bulgarien ist der Anteil an E-Autos noch sehr klein, Ungarn engagiert sich hingegen stark in diesem Bereich.

Für welche Unternehmen ist das Thema Elektromobilität besonders spannend?

Michael-Viktor Fischer: Prinzipiell ist die Elektromobilität für jedes Unternehmen interessant. Entsprechend steigt auch der Anteil von Unternehmen mit E-Fahrzeugen im Fuhrpark kontinuierlich. Sie profitieren von optimierten Kosten, einem verbesserten Unternehmensimage und massiven steuerlichen Vorteilen.

Auch für Unternehmen, die ihren Kunden intelligentes Laden anbieten wollen, wie der Einzelhandel, Tankstellen oder Immobilienbetreiber, sind E-Mobilitätslösungen hochinteressant.

Was sind aus Ihrer Sicht aktuell die größten Stolpersteine auf dem Weg in eine elektromobile Zukunft?

Michael-Viktor Fischer: Es gibt inzwischen in jeder Preisklasse gute E-Autos. Für die kommenden Jahre sind die Pipelines der Hersteller voll mit neuen Modellen und damit sollte auch eine schnellere Lieferbarkeit ermöglicht werden. Viele Menschen befassen sich jedoch aufgrund der Schreckgespenster Reichweite und Ladegeschwindigkeit noch nicht richtig mit dem Thema E-Mobilität. Grundlos, denn die Autos bekommen immer mehr Reichweite (aktuell in der Regel echte 400 km und mehr) und wir bauen inzwischen Ladestationen mit bis zu 350 kW Ladeleistung auf, die in wenigen Minuten hunderte Kilometer in das Auto laden können.

Welche Rolle nehmen die Elektrotankstellen ein? Wie wird die Infrastruktur flächendeckend sichergestellt?

Michael-Viktor Fischer: Die meisten Ladevorgänge werden derzeit daheim an der eigenen Wallbox gemacht. Zunehmend wird auch das Laden am Arbeitsplatz wichtiger, wo wir unser Auto mehrere Stunden unbenutzt parken. Das öffentliche Netz bleibt ein wichtiger Faktor für längere Distanzen oder das schnelle Zwischenladen. Lademöglichkeiten werden überall dort relevant, wo das Auto länger parkt (vor dem Kino, dem Einkaufszentrum, dem Fitnesscenter, dem Hotel etc.).

Stichwort Bezahlen: Wo liegen hier die Herausforderungen? Welche Lösungen gibt es bereits und wie werden diese angenommen?

Michael-Viktor Fischer: SMATRICS hat beim Thema Bezahlen immer schon Meilensteine gesetzt. Unsere Nutzer zahlen entweder per Bankeinzug oder einfach und bequem per Kreditkarte über die Handyapp. Wir bieten Abrechnungslösungen für Unternehmen nach unterschiedlichen Nutzergruppen zu jeweils eigenen Tarifen und Abrechnungseinheiten. Wir übernehmen auf Wunsch dabei alles bis hin zur Rechnungslegung an den Nutzer (im Namen des jeweiligen Unternehmens) – der Unternehmenskunde muss sich um nichts kümmern.

 

Statement:

SMATRICS bietet Unternehmen ein Rundum-Sorglos-Paket an. Wir decken von der Planung, Bewilligung und dem Aufbau von Ladeinfrastruktur bis zum Betrieb und der Abrechnung den gesamten  Elektromobilitätsbereich ab.