Mensch & Arbeit

Arbeiten um zu leben vs. leben um zu arbeiten

 

Ist Arbeit nur ein „Mittel zum Zweck“ oder sollte jeder danach streben, sich in seiner beruflichen Tätigkeit selbst verwirklichen zu können?

 

Was wollten Sie als Kind werden?

Die meisten müssen sich wohl eingestehen, dass die Realität mit frühen Kindheitsplänen wenig gemeinsam hat.Die wenigsten von uns sind tatsächlich Prinzessin oder Superheld geworden. Dennoch sind nach einer aktuellen Jobstudie von EY Österreich neun von zehn Österreichern zufrieden und motiviert in ihrem Beruf. Männern ist dabei eine hohe Entlohnung besonders wichtig. Frauen achten eher auf die Arbeitszeiten.

 

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen

So oder so ähnlich wurde es vielen von uns noch vorgelebt. Wer fleißig arbeitet und beruflich erfolgreich ist, hat viel Geld und dementsprechend ein schönes Leben. Doch diese Rechnung geht nicht immer auf.

 

Obwohl die Wochenarbeitszeiten sinken und bereits vom 3-Stunden-Tag die Rede ist, ist die Belastung im Job nicht weniger geworden. Viel Stress und zu hohe Anforderungen (an sich selbst) führen nicht selten zu Überforderung oder gar einem Burnout. Gibt es also den perfekten Mittelweg zwischen Workaholic und Aussteiger? Und wie verhalten sich die unterschiedlichen Altersgruppen in punkto Arbeit?

 

Früher war alles … anders

Je nach Generation sind die Einstellungen zum Thema Arbeit sehr unterschiedlich. So sieht die Generation X (30–50-jährige) ihren Job hauptsächlich als Einnahmequelle oder „Mittel zum Zweck“. Mit viel Ehrgeiz wird an einer ordentlichen Karriere gearbeitet, um sich ein materiell abgesichertes Leben leisten zu können. Hier ist die Trennung zwischen Privatleben und Berufsalltag besonders ausgeprägt.

 

Arbeit muss Spaß machen

Die „Neuen“ am Arbeitsmarkt gehören zur Generation Y. Gerne wird hier auch von den sogenannten Millennials gesprochen. Eine bloße Pflichterfüllung mit entsprechender Entlohnung reicht dieser Generation nicht mehr aus. Sinnvolle Tätigkeiten, Abwechslung und Selbstverwirklichung stehen im Fokus. Arbeit und Privatleben fließen dadurch immer mehr ineinander. Generation Y hat kein Problem damit, sich auch in der Freizeit mit spezifischen Themen zu ihrem Job zu beschäftigen. Dafür wird aber auch eine gewisse Toleranz hinsichtlich privater Tätigkeiten während der Arbeitszeit gefordert.

 

Was bringt die Zukunft

Interessant zu beobachten ist, dass die kommende Generation (Generation Z) wieder mehr zwischen Privat- und Berufsleben differenzieren möchte und dabei klare Strukturen fordert. Die Selbstverwirklichung wird nicht in der Arbeit, sondern im Privatleben gesucht. Dafür wird auch ein geringerer Wohlstand in Kauf genommen.

 

Schlussendlich muss jeder – egal wie alt – für sich selbst entscheiden, wie viel Vergnügen er in seiner Arbeit finden möchte. Gott sei Dank sind die meisten von uns auch in der glücklichen Lage, ihre Arbeitsstelle frei zu wählen und sind damit für ihr berufliches und privates Glück selbst verantwortlich.