Mensch und Kreativität: Unkonventionelles Denken „outside the box“

Kreativität hat viele Gesichter. Nicht nur das schöne Gemälde in der Galerie oder die spannende Geschichte in einem guten Buch zeugen von der kreativen Schaffenskraft des Menschen. Aber kreatives Denken und Arbeiten findet sich auch in vielen anderen Bereichen wieder.

 

Unter Kreativität lässt sich zusammengefasst eine originelle Art zu denken, abseits gelernter Verhaltensmuster, beschreiben. Es setzt die Fähigkeit voraus, Altbekanntes zu hinterfragen und den Mut, neue Wege einzuschlagen. Das Denken „outside the box“ ist auch Grundstein jeder Erfindung und Innovation. Es hat der Menschheit erst ermöglicht, den heutigen Entwicklungsstandard zu erreichen. Viele meinen vielleicht, Kreativität wäre ausschließlich in Werbeagenturen und Forschungseinrichtungen zuhause, doch grundsätzlich ist jedes Hirn zu kreativen Denkprozessen fähig.

 

Wie funktioniert kreatives Denken

Vielleicht haben Sie das auch schon einmal erlebt: Sie brüten ewig über einem Problem und finden doch keine passende Lösung. Irgendwann, wenn Sie sich mit etwas gänzlich Anderem beschäftigen, sich ausruhen oder vielleicht sogar schlafen, kommt der kreative „Geistesblitz“ und lässt Sie eine völlig neue Herangehensweise an Ihr Problem erkennen.

Wissenschaftler haben beobachtet, dass sich die Hirnaktivität, die mit der visuellen Verarbeitung verbunden ist, kurz vor kreativen Denkprozessen für 300 Millisekunden abschaltet.  Scheinbar sollen so, wie beim Schließen der Augen oder dem Blick ins Leere, andere Reize unterdrückt werden. Dadurch können neue, unvoreingenommene Ideen entstehen. Es zeigt sich aber auch, dass akustische Reize wie etwa Hintergrundgeräusche in einer mittleren Lautstärke das kreative Denken fördern. Totale Stille ist hier kontraproduktiv, genau wie lauter Lärm. Also schlummert grundsätzlich in jedem das Potenzial zum kreativen Superbrain? Eigentlich kann jeder kreativ sein und es gibt viele Techniken um die Kreativität zu steigern und kreative Denkprozesse zu trainieren. Übung macht auch hier den Meister. Jeder kann also daran arbeiten, kreativ(er) zu sein. Aber gibt es andere Voraussetzungen, warum manche Menschen von Grund auf mehr kreatives Potenzial besitzen als andere?

 

Kreativität und Intelligenz

Laut Studien scheint es zumindest einen Zusammenhang zwischen der Intelligenz eines Menschen und seiner Fähigkeit zum kreativen Denken zu geben. Aber wie sieht es dann im Gegenzug mit Künstlicher Intelligenz aus? Kann ein Algorithmus kreativ sein?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist heute in der Lage, Werbespots zu kreieren, Gedichte zu schreiben und sogar Gemälde zu malen. Oft lassen sich die Ergebnisse auf den ersten Blick nicht von menschlichen Produktionen unterscheiden. Doch dahinter steht ein immenses Anfüttern an Daten, um den Algorithmus erst ein „Gefühl“ dafür zu geben, welche Bilder oder Texte beim Menschen gut ankommen. Zudem ist die (Weiter-)Entwicklung Künstlicher Intelligenzen an sich schließlich auch eine Form menschlicher Kreativität.

Die Angst, KI wird in Kürze jeden Kreativen arbeitslos machen, ist eher unbegründet. Doch zur Unterstützung in der täglichen Arbeit und bei der Optimierung kreativer Prozesse kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Zukunft gewiss sinnvoll sein.