INVISIBLE PAYMENT: UNSICHTBARES BEZAHLEN

Wir alle kennen dieses Gefühl. Wir finden online ein Schnäppchen, legen es in den Warenkorb und dann kommt irgendwann dieser unangenehme Schritt: das Bezahlen.

Seien wir uns ehrlich: Niemand bezahlt gerne. Bezahlen ist einfach nur der unumgänglich notwendige letzte Schritt auf dem Weg zum neuen Lieblingsprodukt. Langwieriges Ausfüllen komplizierter Formulare versetzt wohl keinen Kunden in Kauflaune. Daher ist es nur verständlich, dass Payment Service Provider und Online-Händler in den letzten zehn Jahren intensiv daran gearbeitet haben, diese Phase des Einkaufes für den Konsumenten so angenehm wie möglich zu gestalten.  Das Ziel dabei ist kein geringeres, als dass der Bezahlprozess kaum oder gar nicht mehr wahrgenommen wird. Er wird sozusagen „unsichtbar“. Dies gilt nicht nur für die Bezahlung im Onlineshop, sondern ebenso für das Zahlen vor Ort, wo lange Schlangen an der Kasse und das umständliche Hantieren mit Bargeld bald gänzlich der Vergangenheit angehören könnten.

Invisible Payment_Der unsichtbare Bezahlprozess

Der unsichtbare Bezahlprozess

Wie bringt man den Bezahlprozess also dazu, zu verschwinden? Es gibt bereits viele Entwicklungen, die in die richtige Richtung gehen. Ein moderner Kaufprozess im Onlineshop könnte beispielsweise so aussehen:

  • Der Kunde befüllt seinen Warenkorb.
  • Er loggt sich in sein bestehenden Kundenkonto ein.
  • Er klickt auf „Jetzt bezahlen“.
  • Alle relevanten Daten wie Lieferadresse oder Zahlungsart sind bereits hinterlegt.
  • Der Kunde kann direkt bestätigen, ob er den Artikel an seine gespeicherte Lieferadresse schicken möchte und sieht seine hinterlegten Zahlungsmöglichkeiten.
  • Mit einem weiteren Klick ist die Bestellung durchgeführt und auf dem Weg zu ihm nach Hause.

Zugegeben, ganz unsichtbar ist hier das Bezahlen noch nicht, auch wenn der Kunde nur wenige Male aktiv werden muss, um den Kauf letztendlich abzuschließen. Einen Schritt weiter gehen hier sogenannte „1-Click-Payments“, wie Amazon sie anbietet. Hierbei wird dem Kunden bei jedem Produkt die Möglichkeit geboten, dieses direkt über nur einen Klick zu bestellen. Kein Warenkorb, keine weitere Abfrage von Daten, das Produkt ist sofort auf dem Weg zum Kunden. Dies funktioniert aber wie erwähnt nur für ein einzelnes Produkt.

Vorteile für Händler

Die Vorteile für Kunden liegen klar auf der Hand: Zeitersparnis, keine Notwendigkeit ständig seine Bezahldaten bei der Hand zu haben und mehr Flexibilität. Aber wie profitieren Händler davon, wenn ihr Bezahlprozess „verschwindet“?

  • Durch eine Verschlankung des Checkoutprozesses kommt es zu weniger Kaufabbrüchen.
  • Händler können sich durch das optimierte Einkaufserlebnis über zufriedenere Kunden freuen.
  • Dank des einfachen Handlings werden mehr Folge- und Spontankäufe getätigt.
  • In Summe bedeutet das also mehr Umsatz für den Händler.

 

Beispiele aus der Analogen Welt

Ein gelungenes Beispiel abseits des E-Commerce, das die notwendige Interaktion mit dem Kunden auf ein absolutes Minimum beschränkt, bietet der Mitfahrdienst Uber. Dem Fahrgast werden in der App der voraussichtliche Preis und die mögliche Abholzeit angezeigt und bei Buchung der Fahrt ist der aktive Teil des Nutzers auch schon abgeschlossen. Die App trackt den Weg des Fahrzeuges und verrechnet genau diese Strecke. Der Fahrgast steigt am Ziel aus und im Hintergrund wird automatisch bezahlt. Bei der erstmaligen Registrierung muss der Kunde seine Bezahldaten einmalig eingeben und bei Abschluss der Fahrt werden diese dann herangezogen.

Zero-Click-Payment - Wirecard CEE

Aber auch im klassischen Geschäft vor Ort treten die Bezahlprozesse immer mehr in den Hintergrund. Die Konzern-Riesen Google und Apple machen es vor. Mit ihren jeweiligen Bezahllösungen wird an der Kassa im Supermarkt, Bekleidungsgeschäft oder Café nur mehr kurz das Smartphone gezückt (welches man meist ohnehin in der Hand hat) und schon ist die Bezahlung erledigt.

Ein weiteres Beispiel aus dem stationären Handel ist die Scan & Go-App für Billa, die Konsumenten das lästige Anstellen an der Kasse erspart. Mit der App wird der gesamte Einkaufsprozess digitalisiert und vereinfacht. Der Kunde kann seine Produkte nicht nur selbst am eigenen Handy scannen, sondern dank der integrierten Zahlungslösung von Wirecard diese auch direkt in der App bezahlen. Schlange stehen wird somit Geschichte. Für wiederkehrende Zahlungen können die Zahlungsinformationen direkt in der App abgespeichert werden, wodurch der gesamte Vorgang noch einmal vereinfacht und somit beschleunigt wird. Einen weiteren Vorteil bietet die Integration des jö Bonus Clubs in der App. Basis für diese Lösung ist die Shopping-App shopreme von wirecube.

 

Branchen mit Potenzial

Das Bezahlen ohne zu bezahlen findet auch in vielen weiteren Branchen Anwendung. Anbieter von Carsharing beispielsweise nutzen häufig entsprechende Apps für die Zugangsbeschränkung ihrer Fahrzeuge. Auch die Verrechnung funktioniert damit automatisiert.

Invisible Payment_Events_Concerts_Festivals

Der Verzicht auf Bargeld trägt ebenfalls bei Großveranstaltungen wie Festivals zu einfacheren und schnelleren Bezahlprozessen bei. Hier kommen oft individuelle Kartenlösungen, die das kontaktlose Bezahlen ermöglichen, zum Einsatz. Die gleiche Technologie lässt sich aber ebenfalls in entsprechenden Armbändern einsetzen.

Auch in der Gastronomie und Hotellerie entwickeln sich die Dinge weiter. Hier ersetzt das Smartphone den Schlüssel zum Hotelzimmer oder lässt den Gast im Restaurant direkt bezahlen, ohne auf den Kellner warten zu müssen.

 

Next Step: Biometrie

Zur Vereinfachung von Bezahlprozessen wird vor Ort also hauptsächlich auf das Smartphone gesetzt. Dabei könnte auch dieses Device in Zukunft wegrationalisiert werden. Biometrie macht es möglich. Mittels Gesichtserkennung wird der Käufer im stationären Geschäft als bestehender Kunde wiedererkannt, der Kauf ist somit abgeschlossen. Auch in E-Commerce kommt Biometrie zum Einsatz. Hier kann beispielsweise beim Shoppen via Smartphone mittels Fingerprint oder Selfie bezahlt werden.

Fazit

Invisible Payment wird im Moment primär von der technisch affinen Zielgruppe genutzt, findet aber langsam den Weg in die Masse. Amazon ist ebenso schon auf diesen Zug aufgesprungen und bietet den Amazon Dash Button an der so programmiert wird, dass mit nur einem Knopfdruck Waren des täglichen Gebrauchs, wie etwa Waschmittel, automatisch nachbestellt und bezahlt werden können.

Natürlich stellt sich dann auch die Frage „Wie behalte ich den Überblick?“, wenn Bestellungen bezahlt werden, ohne dass man davon aktiv etwas mitbekommt? Finanz-Apps geben hier den optimalen Echtzeitüberblick über den Kontostand und zeigen dem User alle Transaktionen transparent an. Zusätzlich werden die Nutzer ihre eigene „Sicherheitsmarge“ entwickeln, unter der Zahlungen automatisiert werden dürfen und über die man stets die Kontrolle behalten kann.

Je stärker das „unsichtbare Bezahlen“ genutzt wird, desto eher wird es alltagstauglich. Und in einigen Jahren, wenn sich „Invisible Payments“ etabliert hat, werden wir uns vermutlich wundern, wenn wir noch aktiv unsere Zahlungsdaten eingeben müssen – es geht schließlich viel einfacher!

 

Quellen: E-Commerce Magazin